3: Heimaten in Zuhausen

1. ‘HEIMATEN in ZUHAUSEN’

Projektverantwortliche: Gaby Kloke & Frank Hörner (Theater Kohlenpott)

Vorbemerkung:
Die Begriffe HEIMAT und ZUHAUSE weisen im deutschen Sprachgebrauch keinen Plural auf, offensichtlich in der Annahme, dass der Mensch letztendlich nur eine Heimat oder ein Zuhause kennt. Die durch Industrialisierung und Technisierung rasant fortgeschrittene Mobilität hat im 20. Jahrhundert dazu geführt, dass insbesondere bei Gastarbeiterfamilien der Kontakt zum Heimatland über die zurückgebliebene Verwandtschaft intensiv weitergeführt werden kann – per Telefon, Auto, Flugzeug - während die nachfolgenden Generationen dieser Familien immer enger mit der deutschen Kultur aufwachsen. In vielen dieser Menschen der 2. und 3. Generation schlagen zwei Herzen in der Brust. Ähnliches gilt für Vertriebene und Spätheim- oder Rückkehrer. Letztendlich kennt jeder, der sich über eine längeren Zeitraum von seinem ursprünglichen Zuhause entfernt hat, dieses Gefühl, zwei oder mehrere ‚Heimaten’ zu haben, möglicherweise aber auch gar keine!

Für das im Folgenden beschriebene Projekt wird der o. g. Konflikt zum Thema. Dabei kann der konstruierte Plural des Wortes ZUHAUSE zusätzlich die Bedeutung einer fiktiven Stadt oder eines Stadtteils erhalten: Oberhausen, Röhlinghausen, ZUHAUSEN !

Projektbeschreibung HEIMATEN in ZUHAUSEN:
Geplant ist eine Arbeits- und Entwicklungsphase in Herner Schulen (Jahrgang 8 +) sowie eine „Jahreszeitenakademie” in den Sparten Theater/Dramaturgie für Schüler, die für jeweils 6-7 Tage in den Herbst-, Oster- und Sommerferien in den Flottmann-Hallen stattfinden soll. Beendet wird jede Akademie mit einer öffentlichen Präsentation.

Vorgehensweise:
Zum Thema HEIMATEN sollen in den Schulen für alle Schüler ab Jahrgang 8 Angebote gemacht werden. Im Bereich Theater sieht das Angebot folgendermaßen aus:

Vorbereitung: sie erfolgt durch kostenlose Workshops in den Schulen. Die Schüler lernen die Kursleiter und ihre Arbeitsweise kennen und können sich mit dem Thema vertraut machen. Die Leitung dieser Gruppen wird der Dramaturg Thomas Richhardt vom J.E.S. (Junges Ensemble Stuttgart) übernehmen, zur Unterstützung stehen wahlweise die Schauspieler/Regisseure/Theaterpädagogen Barbara Gidde, Gabriele Kloke, Nadine Frensch und Franziska Heller zur Verfügung. Lehrer werden die Gruppenbetreuung ergänzen.
Schulleitung und Lehrer sind gefordert, gemeinsam mit den Dramaturgen (s. u.) die Schüler zu motivieren an den ‘Jahreszeitenakademien’ in den Ferien teilzunehmen.

Jahreszeitenakademien:
Aus den vorbereitenden Workshops sollen Schüler gewonnen werden, die in den Ferien Interesse und Zeit haben, sich außerhalb der Schule mit Tanz, Theater, Musik, Bühnenbild, Kostüm beschäftigen wollen. In den jeweiligen Akademien werden Workshops angeboten, die intensive Überlegungen zum Thema HEIMATEN anstellen.

Folgende Workshops sollen angeboten werden:
- Schreib- und Dramawerkstatt: Stückentwicklung. Wie wird aus meinen Ideen/Gedanken ein Stück? Leitung: Thomas Richhardt

- Musikomposition: Welche Bedeutung hat Musik für das Theater? Zum Thema HEIMATEN sollen musikalische Überlegungen angestellt und umgesetzt werde.
Leitung: Ulrich Eick-Kerssenbrock (evtl. in Zusammenarbeit mit der Musikschule)

- Schauspiel/Stückumsetzung: Schauspieltraining, szenische Erarbeitung zum Beispiel der Ergebnisse aus der Schreib- und Dramawerkstatt.
Leitung: Frank Hörner/Stephan Baumecker

- Bühnenbild/Kostüm: Wie entwickle ich ein Bühnenbild, entwickle ich Kostüme? Von der Zeichnung übers Modell zur fertigen Ausstattung. Leitung Julia Kneusel

Die Ergebnisse der Intensivwoche werden zum Abschluß öffentlich präsentiert.

Da nicht davon ausgegangen werden kann, dass interessierte Schüler in allen Schulferien Zeit haben, wird jede Akademiewoche eine geschlossene Einheit bilden, so dass jeweils immer wieder neue Schüler teilnehmen.
Interessierte und talentierte Jugendliche haben anschließend die Gelegenheit, im Jungen Ensemble des Theater Kohlenpott mitzuwirken und wöchentlich zu proben.